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... mein Name war Bubi, und ich hatte das Vergnügen, 15 Jahre und 1 Monat mit meinem Herrchen Klaus und meinem Frauchen Gloria und meiner Schwester (hier bereits seit unserer gemeinsamen Zeugung) ein erfülltes und glückliches Hundeleben führen zu dürfen.
Das Frauchen meiner Eltern hat mich nur schweren Herzens und – eigentlich erst an dem Tage, als meine Schwester Cherry von Klaus und Gloria abgeholt wurde - mit einem tränendem Auge meinem nun neuen Herrchen anvertraut - und ich sag’ Euch, ich hab’ es keine Minute meines Lebens bereut ...
Sicher werdet Ihr jetzt keinen Lebenslauf eines selbstbewussten, aber eigentlich ganz lieben Hundes erwarten.
Schon als Welpen haben meine Schwester und ich uns das Nachtlager auf Herrchen und Frauchens Bett erkämpft – damit fingen wir bereits in den ersten Nächten nach unserem Umzug in die neue riesige Hundehütte am anderen Ende der Stadt an. Diesen Platz haben wir dann auch hartnäckig bis in unser hohes Hundealter verteidigt. Im Gegenzug dafür, lernten wir dann auf der morgendlichen und abendlichen Runde hier im Revier ohne Leine, ja ohne Geschirr, immer auf »unseren Rudelführer« zu hören – Ausnahmen gab es nur, wenn es eine Katze wagte, kurz vor unserer Nase den Weg zu kreuzen – das brachte uns dann aber auch schon mal ‘nen Klapps ein!
Bald schon hatten wir unsere tägliche Minimaltour so verinnerlicht, dass wir sie hätten auch allein gehen können – was ja auch das eine oder andere Mal passiert war, wenn Herrchen mal wieder jemanden zum Unterhalten getroffen hatte und wir (die Hunde aus der Nachbarschaft und wir) fertig waren mit »unserer« Konversation - ja dann sind wir halt alleine zurück bis vor das Haus gegangen – na und ...
Oh Mann, waren unsere ersten (Menschen)Monate aufregend: erst mussten wir Autofahren lernen – was zur Folge hatte, dass wir fortan allein Hinten sitzen durften – man war das toll, wenn ich dann im Vorbeifahren oder an einer Ampel andere Hunde traf und ich diesen dann durch die Scheibe »Hallo« zugebellt habe. –
Dann plötzlich, so etwa nach einem halben Menschenjahr, gerade als meine Schwester anfing so seltsam zu riechen, wurde ich zu einem Mann gebracht, der mich erst betäubte, und dann meiner noch nie genutzten Männlichkeit entledigte – schade, wo sich ja vielleicht in der
nächsten Zukunft sicher hätten einige Möglichkeiten ergeben können ... Aber OK – vermutlich wäre dann das Zusammenleben mit der eigenen Schwester nicht dauerhaft gut gegangen, dann schon lieber so, wie geschehen.
Ach ja, noch etwas: Wenn unsere Herrschaft eine Reise plante, durften wir natürlich immer mit. So haben wir »ganz ferne Länder« besucht, durften 24 h Autofahren, konnten uns mit neuen Erlebnissen und Gerüchen vertraut machen und überhaupt: Ohne uns lief fortan so gut wie nichts mehr.
Eines schönen Tages änderte sich nochmals etwas ganz entscheidendes: Wir durften täglich unseren »Chef« ins Büro begleiten – dort hatten wir ja auch noch soviel Neues zu entdecken, allerdings: Dort waren auch etliche andere Menschen, die alle mit mir toben wollten, der Flur war lang genug, um ordentlich rennen zu können, wenn gerade mal wieder jemand den / einen Ball geworfen oder geschossen hatte. Und dann der Stress, wenn Herrchen immer gerade dann sein Büro verließ, wenn ich mich mit ‘ner Ladung »Trockenfutter« mitten vor seinen Schreibtisch gelegt hatte – aufstehen, bis zu 12 Frolic’s aufsammeln, Herrchen hinterher, Ladung auspacken, hinlegen; kaum war das geschafft, ging doch das Herrchen weiter und ich durfte das Prozedere wiederholen, kein Wunder, dass ich dann Abends auch diese Technik der Nahrungsbevorratung praktizierte: Anfangs bin ich nachts mal die Treppe runter, ‘nen Frolic geschnappt, nach oben, hingelegt und gefressen, runter nächsten Frolic und das solange, bis ich keine Lust mehr hatte oder einfach satt war. Nachdem der Massentransport von Frolic ja auf dem Ebenen klappte, versuchte ich dann fortan die Menge der zu transportierenden Stückzahl kontinuierlich auch treppauf zu steigern – 15 Stück war dann auch meine Maximalmenge bei einem Transport in der Schnauze. Das sparte einerseits Energie, der Weg treppab und -auf war ja nur einmal zu bewältigen, und förderte den Genuss, weil die Dinger ja schon mal angeweicht waren.
Ach ja, hatte ich Euch schon von den beiden Hunden berichtet, die wir antrafen, als wir damals zum ersten Mal in »unser« neues Heim kamen? Da waren doch noch zwei Menschen und zwei Hunde, so eine große schwarze Hundefrau mit ihrem, einem Schäferhund ähnlichen, Sohn.
Jedesmal wenn wir auf Reisen waren, trafen wir die beiden – sie führte in ihrer Hundehütte das Regiment, da musste auch ich mich unterordnen. Dafür hat sie uns beiden Berliner aber auch total akzeptiert, sodass wir dann ein »starkes gemischtes Rudel« bildeten und die Gegend auch schon mal zu viert allein durchstreiften: ›Sarah‹ vorneweg, gefolgt von ›Idi‹, dem Sohn und doppelt so großen Kumpel, und uns beiden, ›Cherry‹ bildete dann meist das Schlusslicht.
In der Folgezeit wurde es auf »natürliche Weise« in dem Urlaubsquartier etwas anders: Irgendwann war die Hundemutti nicht mehr da, ihr Sohn, sein ganzes bisherige Leben unter dem Einfluss seiner Mutti gestanden, ordnete sich nun bereitwillig mir unter – jetzt war ich auch hier der Chef! Bei einem der nächsten Quartiersnahmen fanden wir auch den ›Idi‹ nicht mehr vor... das war dann doch schon recht traurig, weil auf dem Berg zwei neue Platten verlegt waren ...
Irgendwann, noch im Jahr 1993, machten sich doch unsere Herrschaften und die Seniorherrschaften gemeinsam auf Reisen auf und wir bezogen bei den anderen Menschenverwandten für 3 Wochen Quartier, Hier war ja wieder alles neu – sehr aufregend ... irgendwann hab‘ ich mich mal auf Entdeckungstour begeben, sehr zum Erschrecken meiner Gasteltern. Als die Herrschaften dann endlich wieder auftauchten, haben wir sie erst ein wenig beleidigt angeschaut, wollten sie dann aber doch nicht alleine nach Berlin zurückreisen lassen, und sind letztendlich glücklich vereint nach Hause gefahren!
Aber diese Erfahrung und die neuentbrannte Leidenschaft unseres Herrchens und Frauchens führte in der mir zur Verfügung gestandenen Zeit dann dazu, dass wir mindestens einmal pro (Menschen)Jahr bei unseren Betreuern blieben. Schon beim zweiten Mal wussten wir ja: die kommen ganz bestimmt wieder und nehmen uns wieder mit nach Hause.
Schon bei einem der nächsten Aufenthalte in der Ferienidylle tauchten »neue Kumpel« auf: Mit ›Teddy‹ und ›Prinz‹ waren wir von nun an drei Jungs – ich war zwar der Kleinste, aber weil ich der älteste war, hatte ich jetzt die Rudelführung übernommen; danach kam ›Teddy‹, der als Osteuropaimport mit leidvoller Vorgeschichte als Haushund einer tierunerfahrenen Familie bei unseren Gastgebern ein neues Zuhause fand, und ‘nen reinrassiger Schäferhund, ›Prinz‹, der seine Hütte bei den Ersatzquartiersgebern hat. Wann immer wir zusammentrafen hatten wir meist unseren Spaß – der Teddy lernte von uns sogar, dass man ohne Leine vor dem Bäcker warten kann – dafür hatten wir dann bereits morgens »unseren ersten Ausflug des Tages«.
So geordnet, war es für mich dann auch kein Problem, mehrfach im Jahr Quartier bei den (Menschen)Eltern zu beziehen – ich kannte mich ja nun dort aus und gab auch schon mal die Gangart vor ... hier der große Garten auf dem Ebenen, abgeschieden, weit weg von der Straße und dort ein steiler Hang mit herrlichen Möglichkeiten, mal oben ‘ne Katze zu verjagen oder auf den Garagen unten den Menschen zuzubellen. Ach was konnte Urlaub schön sein!
Zuhause zogen irgendwann auch zwei neue Artgenossen auf unser Zugangsgrundstück zu und erhoben dort Heimrechte: da war die ›Laura‹, ‘ne Alaskan Malamute Hündin – riesig, aber lieb – wir hatten nie Probleme miteinander; und später zog noch der ›Leo‹ zu, ein junger Bearded Collie-Spund, ohne Respekt vor der Rangordnung unter uns Hunden, selbst meinem Herrchen hat der doch mal die Hose in Gesäßhöhe zerrissen!
Wird fortgesetzt ...
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